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Große Räume

Es gibt leider nicht viele Nutzungen, die sich eignen, große und offene Kirchenräume in ihrer architektonischen Qualität zu erhalten und tragfähig zu bewirtschaften. Insbesondere wünschenswerte kulturelle oder soziale Nutzungen sind häufig bereits an anderer Stelle in den Kommunen realisiert oder als zusätzliche Ausgaben mit den kommunalen Haushalten kaum mehr finanzierbar. Andere Nutzungen für große Räume, wie Sport, Gastronomie oder Unterhaltung, sind in den Kirchengemeinden und zum Teil auch aus Sicht von Kirchenverwaltungen mitunter schwer umzusetzen. Allerdings sollten trotz der genannten Schwierigkeiten immer zuerst alle Möglichkeiten überprüft werden, die eigentliche Aufgabe von Kirchen als Versammlungsorte für ihre jeweilige Umgebung zu erhalten. Hierin liegen die sozialen und kulturellen Potenziale, die Neunutzungen von Kirchengebäuden für ihre Quartiere eröffnen können (Bsp. Essen, Kreuzeskirche).
Nutzungen, die eine starke räumliche Unterteilung mit einem hohen Installationsbedarf erfordern, wie Wohn- oder Büronutzung, zerstören die auf Raumwirkung angelegten Kirchenräume. Durch reversible Einbauten (Bsp. Mönchengladbach, St. Peter) kann sichergestellt werden, dass die Raumwirkung zumindest langfristig wiederhergestellt werden kann. Aber auch dann, wenn die Wirkung des Innenraums aufgrund von Einbauten beeinträchtigt wird, sind umgenutzte Kirchengebäude von außen betrachtet noch wichtige Orientierungspunkte sowie historische und städtebauliche Merkzeichen (Bsp. Essen, Neue Pauluskirche; Geldern, St. Adelheid; Mönchengladbach, Herz-Jesu; Münster, St. Sebastian).

JB