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08.02.2026
Ausstellung “Kirchen als Vierte Orte” in Borken-Gemen eröffnet
Am Sonntag, den 8. Februar 2026, wurde in der Christus-König Kirche in Borken-Gemen die Ausstellung „Kirchen als vierte Orte – Perspektiven des Wandels“ feierlich eröffnet. Die Ausstellung ist hier noch bis zum 15. März 2026 zu sehen und stieß bereits zur Eröffnung auf sehr großes Interesse: Weit über 100 Besucherinnen und Besucher kamen zusammen, um sich mit der Zukunft von Kirchengebäuden auseinanderzusetzen.
Tanzperformance der Künstlerinnen Clara-Marie Müller & Camilla Oebel
In ihrem Grußwort betonte die Bürgermeisterin der Stadt Borken, Mechthild Schulze-Hessing, die Bedeutung des Themas für die Stadtentwicklung. Sie bekräftigte, dass die Stadt Borken Gemeinden und bürgerschaftliche Initiativen bei der Umnutzung von Kirchengebäuden im Stadtgebiet aktiv unterstützen werde. Kirchen seien prägende Orte im Stadtbild und böten großes Potenzial für neue gemeinschaftliche Nutzungen.
Einen zentralen inhaltlichen Impuls setzte der Kurator der Ausstellung, Felix Hemmers, Innenarchitekt vom Verein Baukultur Nordrhein-Westfalen. In seinem Vortrag erläuterte er, warum Kirchen aus seiner Sicht ganz besondere Orte sind. Kirchen seien emotional stark aufgeladen, architektonisch prägend und böten atmosphärische Räume, die Menschen zur Ruhe kommen lassen. Gerade diese Qualitäten eröffneten große Chancen, auch dann Orte der Gemeinschaft zu schaffen, wenn eine religiöse Nutzung nicht mehr möglich sei. Aktuell böten sie zudem die Chance, zu Begegnungsorten zur Stärkung der Demokratie zu werden, was wichtiger denn je sei.
Auch Vertreter der Kirchengemeinde und der Bürgerschaft kamen zu Wort. Peter Sonntag von der Kirchengemeinde sowie Hartmut Schlüter-Miller vom Bürgerprojekt Zukunftsturm äußerten die Hoffnung, für die Christuskönigkirche perspektivisch eine neue, sinnvolle Nutzung für die Bürgerschaft zu finden. Da absehbar sei, dass die religiöse Nutzung nicht dauerhaft aufrechterhalten werden könne, erhoffen sie sich von der Ausstellung zahlreiche Impulse, Ideen und Denkanstöße.
Ein besonderes Highlight der Eröffnung war eine Tanzperformance der Künstlerinnen Clara-Marie Müller & Camilla Oebel. Die speziell für das Kirchengebäude entwickelte Performance lud das Publikum dazu ein, sich durch den Raum zu bewegen und bewusst Perspektiven zu wechseln. Die Darbietung wurde mit begeistertem Applaus aufgenommen und trug spürbar dazu bei, den kreativen Ideenprozess anzuregen und neue Sichtweisen zu eröffnen. Musikalisch wurde das Programm durch Beiträge des Liederzeit-Ensembles stimmungsvoll abgerundet.
Nach dem offiziellen Teil nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, die Ausstellung in Ruhe zu erkunden, miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Ideen auszutauschen. Zudem sind in den kommenden Wochen weitere Diskussionsveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung geplant, die den Dialog über die Zukunft der Christuskönigkirche weiter vertiefen sollen.
Folgende Veranstaltungen sind im Rahmen der Ausstellung geplant:
Di., 10.02.26 / 20:00 Uhr: Chor Atemlos – Die Kirche als Klangraum
So., 22.02.26 / 19:00 Uhr: LiederZeit – ein musikalisches Abendgebet
Mo., 23.02.26 / 18:00 Uhr: Vorstellung der Studienarbeiten und Ideen zur Umgestaltung der Christus König Kirche, angeleitet von Prof. Dr. Manuel Thesing mit Studenten der school of archtitecture Münster
Fr., 06.03.26 / 19:00 Uhr: Öffentliches Expertengespräch: Wie können wir die Kirche im Dorf halten, mit Felix Hemmers (Innenrchitekt und Kurator der Ausstellung, Baukultur NRW), Jürgen Kuhlmann (Stadtplaner, Technischer Beigeordneter der Stadt Borken), Prof. Dipl.-Ing. Manuel Thesing (Architekt und Professor für Denkmalpflege) und Detlef Waldmann (Sachgebietsleiter Bauen beim Bistum Münster)
So., 15.03. / 19:00 Uhr: Kirche und Kino: Ein Filmabend in der Kirche