Projekt

Epiphaniaskirche | Kirche und Café

Köln
Ort
Erlenweg 39, 50827 Köln
Ursprüngliche Nutzung
Kirche der Evangelischen Kirche im Rheinland
Neue Nutzung
Kirche und Café
Gebäude
1963-1965 erbaut, Architekt: Paul Olpp | 2015 Umbau, Architekten: Lepel & Lepel, Köln
Denkmalschutz
Das Kirchengebäude steht nicht unter Denkmalschutz

Ortslage | Städtebauliche Situation

Die evangelische Epiphaniaskirche liegt am äußeren Rand der Siedlung Bickendorf im Kölner Westen. In Richtung Osten erstreckt sich die größtenteils zu Wohnzwecken genutzte Siedlung, während die Kirche im Westen direkt durch Bahnschienen begrenzt wird. In direkter Umgebung befinden sich verschiedene Gewerbe- und Verwaltungsbauten.

Insgesamt ist die städtebauliche Lage der Epiphaniaskirche eher als problematisch einzustufen, da sie aus dem öffentlichen Raum kaum erkennbar ist und sich in einem eher industriell geprägten Umfeld befindet.

Gebäude | Bauform

An die bestehende Fassade der nicht unter Denkmalschutz stehenden Kirche wurde ein gläserner Anbau vorgesetzt, so dass eine neue, offene Galerie entsteht. Hier sind Gemeinschaftsbereiche wie Küche, Garderobe und Sitzmöglichkeiten untergebracht. Es entsteht ein neues Gemeindecafé, welches auch außerhalb der kirchlichen Gottesdienste genutzt wird. Hier finden zudem regelmäßige Gemeindetreffen- und Versammlungen statt.

Die Galerie läuft über die gesamte Frontseite und ist mithilfe einer hölzernen Pfosten-Riegel Fassade konstruiert. Dadurch wirkt sie hell und einladend. Durch große Schiebetüren lassen sich eingebaute Küchennischen öffnen, welche auch farbige Akzente setzen.

Der Gottesdienstraum wurde behutsam neu geordnet und saniert. Die neuen Prinzipalstücke stehen nun vor der Rückwand, welche von einer riesigen Glasmalerei über die gesamte Raumbreite geprägt ist. Die zwei Seitenwände wurden in Backstein belassen.

Zwischen Gottesdienstraum und Galerie befindet sich eine neue Empore, auf der Platz für weitere Sitzmöglichkeiten vorhanden ist. Zu erreichen ist die Empore über eine zurückhaltende Treppe direkt aus dem Gottesdienstraum heraus. Unter der Empore befinden sich Büros, Gemeinderäume und WC-Bereiche.

Die Öffnungen der historischen Fassade bleiben aus dem Gottesdienstraum heraus sichtbar. Die neue Fassade nimmt die vertikale Streifigkeit des Bestandes auf und interpretiert sie in neuem Rhythmus und anderer Proportion neu.

Historische Bedeutung | Soziales Umfeld

k. A.

Kirchliche Nutzung | Einbindung in die Bürgergemeinde

k. A.

Prozess | Beteiligte

Für die Umsetzung der Erweiterung wurde von der evangelischen Landeskirche 2011 ein Architektenwettbewerb ausgelobt, welchen das Kölner Büro Lepel & Lepel mit seinem offenen, gläsernen Entwurf für sich entscheiden konnte. Fertiggestellt wurden Anbau & Sanierung 2015, die Baukosten betrugen ca. 1,6 Millionen Euro.

Nutzungskonzept | Neunutzung

Aus unterschiedlichen Gründen ließ die evangelische Gemeinde die Epiphaniaskirche sanieren und einen Anbau hinzufügen. Zum einen sollte die Kirche offener werden und sich mehr in den lokalen Stadtraum einbringen. Zudem sollte sie besser als Kirche erkennbar sein, da der Ursprungsbau aus den 1960er Jahren von Paul Olpp sehr funktional und zurückhaltend gestaltet war.

Durch den neuen Anbau und den neuen Vorplatz öffnet sich die Epiphaniaskirche nun schrittweise in den städtischen Raum. Vom Bürgersteig über den Vorplatz und durch den neuen Vorbau, in dem sich die Garderobe und ein Gemeindecafé befinden, gelangt man schließlich stufenweise in den Gottesdienstraum. Zudem wurde auf dem Vorplatz ein neuer Glockenturm errichtet, um die Kirche erkennbarer zu machen.

Besonderheiten | Erfahrungen

Bei dem Umbau der Epiphaniaskirche handelt es sich um eine Nutzungserweiterung statt um eine komplette Umnutzung der Kirche. Die liturgische Nutzung wurde mit dem offenen Gemeindecafé im neuen Anbau ergänzt.

Das Ziel der Gemeinde war es, die Kirche stärker in den Fokus der lokalen Bevölkerung zu bringen. Dafür wurde neben dem neuen Café-Angebot auch der weithin sichtbare, freistehende Kirchenturm errichtet sowie eine bauliche Öffnung des Sakralraumes durch die neue, gläserne Eingangsseite geschaffen. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass auch eine Nutzungsergänzung als Erweiterung der liturgischen Funktion ein sinnvolles Konzept sein kann, um Kirchengebäude für die Gemeinschaft lebendig zu erhalten.

Felix Hemmers

Weitere Informationen zum Projekt:

https://www.lepel-lepel.de/epiphaniaskirche-koeln/