Projekt

Johanneskirche | Citykirche

Düsseldorf, Martin-Luther-Platz 39
Ort
Martin-Luther-Platz 39, 40212 Düsseldorf
Ursprüngliche Nutzung
Kirche der Evangelischen Kirche im Rheinland
Neue Nutzung
Citykirche mit Café
Gebäude
1875-1881 erbaut, Architekten Walter Kyllmann (1837-1913) und Adolf Helden (1838-1902) | 1953 Umbau für große Gottesdienste und Konzerte; Orgel: Orgelbaufirma Beckerath, Hamburg; Kruzifix: Professor Arnold Rickert, Bielefeld | 1997 Umbau, Architekt: Von Fellner; Desgin: Axel Kufus, Berlin | 2008 Umbau des Kirchenraumes, Architekten: Prof. Artur Mandler und Miksch + Rücker, Düsseldorf
Denkmalschutz
Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.

Ortslage | Städtebauliche Situation

Die Johanneskirche steht zentral auf dem Martin-Luther-Platz in Düsseldorf-Stadtmitte. In der Entstehungszeit war dies der geografische Mittelpunkt der Stadt. Das Hauptportal der Kirche zeigt nach Süden und liegt gegenüber in einer Achse mit dem Eingang des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen.
Heute liegt die Kirche auf dem Fußweg zwischen dem Hauptbahnhof und der Düsseldorfer Altstadt, einen Steinwurf entfernt von der bekannten Düsseldorfer Shoppingmeile, der Kö(nigsallee).

Gebäude | Bauform

Die Johanneskirche stammt aus dem Jahr 1881. Es handelt sich um ein imposantes Backsteingebäude mit seinen verschiedenen Stilelementen – ein Entwurf der Berliner Architekten Kyllmann und Heyden in der Tradition der Berliner Bauten Schinkels. Während im Rundbogenstil der Fenster und Zwerggalerien die rheinische Romanik zitiert wird, werden in den Fassaden des Querhauses Elemente der toskanisch-umbrischen Gotik sichtbar. Der Grundriss deutet die Form eines Kreuzes an. Bei der Umrundung des Gebäudes fällt die unterschiedliche Verglasung der Fenster auf, woran die Teilung des Gebäudes in Gottesdienstraum und Gemeindehaus auch von außen sichtbar wird. Der Turm war mit seinen 85,7 Metern Höhe lange Zeit Düsseldorfs höchstes Bauwerk und ist länger als der gesamte Baukörper.

Am 12. Juni 1943 wurde die Johanneskirche bei einem Bombenangriff stark beschädigt. Teile des Dachs waren eingestürzt, die Orgel und das Gestühl brannten aus, die Fenster waren zerschlagen und der große Leuchter herabgefallen. Die Fassade hatte nur einige geringere Schäden aufzuweisen; doch die Johanneskirche war nur nach einer Grundsanierung wieder für die Gemeinde benutzbar.

»Alles unter einem Dach«, schrieb die Welt am Sonntag bewundernd am Tag der Einweihung, dem 28. März 1953. Der Kirchraum trägt die Spuren der beiden Aufgaben, die dem Architekten gestellt wurden: einen Raum für große Gottesdienste und Konzerte zu schaffen. Deshalb musste das verkürzte Kirchenschiff annähernd die Platzzahl der alten Kirche behalten. Der Architekt zog die Emporen an die Pfeiler heran und möblierte das Kirchenschiff sehr dicht, um diesen Anforderungen gerecht werden zu können. Unter der Orgel wurde zusätzlich eine Sängerempore errichtet. Die damals noch junge Orgelbaufirma Beckerath aus Hamburg wurde 1952 mit dem Bau der Johanneskirchenorgel beauftragt.

Der Kirchenraum selbst ist mit dem dominierenden Kruzifix von Professor Arnold Rickert (Bielefeld) in seiner Schmuck- und Bilderlosigkeit weitgehend, wie er nach dem Wiederaufbau 1953 errichtet wurde.

Historische Bedeutung | Soziales Umfeld

Dem Citykirchenkonzept entsprechend wurde die Kirche in all ihren Teilen vielseitig und modern nutzbar gemacht.

Kirchliche Nutzung | Einbindung in die Bürgergemeinde

In den Anfängen war die Kirche der Gottesdienstraum der Kirchengemeinde. Die Citykirche ist nun eine Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf, der nun auch Eigentümer des Gebäudes geworden ist. Die Kirche wurde nie entwidmet, sondern ist weiterhin in kirchlicher Nutzung so wie auch kulturelle und weitere Veranstaltungen hier stattfinden. Die Stadtkirche betreibt selbst im Foyer ein Café.

Prozess | Beteiligte

k. A.

Nutzungskonzept | Neunutzung

Das Foyer wurde 1997 vom Architekten von Fellner und dem Designer Axel Kufus umgestaltet, die vormalige Ehrenhalle wurde zu einer Gedenkhalle.

Im Juni 2008 begannen dann die großen Umbauarbeiten im Inneren der Kirche nach einem Entwurf von Professor Artur Mandler und in der Planung und Ausführung der Düsseldorfer Architekten Miksch + Rücker. Am 18. Oktober 2008 wurde der Johanneskirchraum nach einer gründlichen Instandsetzung mit einem Festgottesdienst wiedereröffnet. Nicht nur die Schäden eines halben Jahrhunderts wurden beseitigt, es sind auch alte Formen der Vorkriegskirche wieder freigelegt.

Die großen Emporen sind in die ursprüngliche Linie zurückversetzt, zugleich mit steileren Sitzreihen und Glasbrüstungen versehen, um – dem Citykirchenkonzept entsprechend – einer größeren Zahl von Teilnehmenden den direkten Blick ins Gottesdienstgeschehen zu ermöglichen. Die Kirche wird heller, lichter und als zentrale evangelische Stadtkirche vielseitig nutzbar.

Barbara Wengler M. A., Johanneskirche, Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit, Leitung Café

Besonderheiten | Erfahrungen

k. A.

Weitere Informationen zum Projekt:

https://www.johanneskirche.org