Projekt

Lukaskirche | im Prozess

Köln
Ort
Mühlenstraße 2, 51143 Köln
Gebäude
1914-1927 erbaut, Architekt: Max Benirschke (1880-1961); Wandbemalung, Künstler: Kurt Derckum (1904-1967); seitliche Kirchenfenster: Helmuth Uhrig (1906-1979) | ab 2011 Veräußerung einzelner Immobilien, Auflösung Bezirk Lukaskirche | 2015 Bezirksausschuss mit Suche nach einer neuen Nutzungsperspektive | 2017 Planungsausschuss | 2018 Kompetenzteam | seit 2019 Teilnahme am prozessbegleitenden Unterstützungsangebot „Zukunftskonzept Kirchenräume“
Denkmalschutz
Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.

Trägerschaft

Evangelische Kirchengemeinde Porz

Zuständige Prozessbegleitung

Wolf. R. Schlünz – Projekte, Bonn

Amtsbereich

Evangelische Kirche im Rheinland

Ortslage | Städtebauliche Situation

Stadt Köln, Stadtbezirk VII Porz ~ 115.000 Einwohner, Stadtteil Porz: ~ 15.000 Einwohner

Städtische Lage, südlicher Rand vom Bezirkszentrum Porz.

Das Gebäude steht – etwas zurückgesetzt mit eigenem, kleinem Vorplatz – mit einem Turm zur Kreuzung dreier Hauptstraßen. Mit dieser städtebaulichen Dominante wirkt die Kirche im Quartier des südlichen Zentrums von Porz. Es handelt sich nach hundert Jahren um ein Identitätsstiftendes Gebäude für den Stadtteil.

Gebäudehistorie | Bauform

Die Lukaskirche in Köln-Porz wurde von 1914 bis 1927 von Max Benirschke errichtet. Die Wandbemalung der im Jugendstil erbauten, freistehenden, geosteten Saalkirche mit Rechteckchor stammt vom Künstler Kurt Derckum (1904-1967) und soll der ursprünglichen Farbgestaltung entsprechen. Die seitlichen Kirchenfenster aus den 1960er Jahren wurden von Helmuth Uhrig (1906-1979) gestaltet. Insgesamt misst diese älteste Kirche der Kirchengemeinde circa 315,16 Quadratmeter und ist, wie auch das Gemeindehaus, denkmalgeschützt. Weitere Nebengebäude sind vorhanden.

Bedeutung | Umfeld | Motivation

Die Evangelische Kirchengemeinde Porz hat zurzeit nach starkem Rückgang noch etwa 10.500 Mitglieder in vier Bezirken mit fünf Gemeindezentren. Die Lukaskirche gehört zum Bezirk Süd, der damit über zwei Gemeindezentren verfügt. Hinsichtlich der Mitgliederentwicklung im Einzugsbereich der Lukaskirche ist trotz einzelner Bauvorhaben in der Nachbarschaft vorsichtige Zurückhaltung angebracht. Die Lukaskirche liegt als älteste Kirche der Gemeinde in der Mitte der vier Bezirke und damit bei allen in Randlage.

Es wird eine „zukunftsfähige (…) Lösung [der] vom Jugendstil geprägten und denkmalgeschützten Lukaskirche im Rahmen einer damit verbundenen Quartiersentwicklung (…) [mit] hoher Motivation und hohem Engagement“ gesucht. Dabei sollen ein „eigenständiges Profil (…) [mit] ökumenischer Offenheit und sozial engagierter Perspektive“ entwickelt werden.

(Alle Zitate stammen aus den eingereichten Bewerbungsunterlagen zum Projektaufruf „Zukunftskonzept Kirchenräume)

Ausgangslage

Das Küsterhaus und das alte Gemeindeamt wurden bereits 2011 auf Erbpacht veräußert. Eine Nutzungserweiterung des gesamten Ensembles ist gewünscht. Eine erste Idee eines kirchlich-soziales Zentrums mit weiterhin sakraler Bestimmung und Fokus auf eine offene, ökumenische, sozial-engagierte Quartiersentwicklung mit einem eigenständigen Profil „Kirche im Dorf in der Stadt“ wurde formuliert. Dafür stellte sich ein Kompetenzteam zusammen und ermittelte die nötigen Grundlagen. Darüber hinaus fand 2018 ein moderierter Workshop zu Nutzungsperspektiven für das Gebäudeensemble samt Grundstücken in Bezug auf die kommunale Nachbarschaft statt.

Beurteilungen zur Teilnahme am Zukunftskonzept Kirchenräume und Juryempfehlung

05. Februar 2021

„Die Projekte St. Barbara in Neuss und Lukaskirche in Köln haben sich in ihrer Herangehensweise und ihren Strukturen vorbildlich weiterentwickelt. Die Projektentwicklung ist bereits weit vorangeschritten. Die Konzepte besitzen das Potenzial Impulse zu erzeugen, die über den Umgang mit den Kirchengebäuden hinaus bis in die Quartiere strahlen können. Trotz der bereits erreichten Selbstständigkeit im Prozess möchte die Jury die Prozessarbeit beider Projekte auch weiterhin begleiten und sieht eine Unterstützung zu gleichen Teilen vor. Somit soll die positive Entwicklung beider Projekte hervorgehoben werden. Beide Projekte besitzen die Kraft einen sehr positiven Einfluss auf ihr umgebendes Quartier auszustrahlen.“

Die Jury stellt die herausragende baukulturelle Bedeutung des im Jugendstil erbauten Kirchengebäudes fest. Und möchte deshalb eine weitere Projektqualifizierung unterstützen. Dies ist aus Sicht der Jury auch deshalb wichtig, da sich die Projektgruppe auf dem Weg zu einem entscheidenden Planungswettbewerb befindet.

Fazit: „Im Besonderen wird die Originalität des bis zu diesem Punkt entwickelten Konzeptes „Von der Wiege bis zur Bahre“ von der Jury anerkannt.“

(vorgestellt von Ilka Dietrich-Kintzel, kaufm. Geschäftsführung, und Peter Köddermann Geschäftsführung Programm, als Auslobervertreter)

21. August 2019

„Das Projekt Lukaskirche, Köln-Porz besticht durch seine sehr erhaltenswerte Jugendstil-Architektur. Die angedachte Nutzungserweiterung zu einem kirchlich-sozialen Zentrum mit dem Fokus auf eine offene ökumenische, sozial-engagierte Quartiersentwicklung unter Einbezug der Nachbarschaft, lässt einen realistischen Raum für weitere Ideen und Visionen. Insofern schlägt die Jury das Projekt für das weitere Verfahren vor.“

(Ernst Uhing, Präsident AKNW)

Relevante Themen innerhalb des Prozesses

Um die derzeitigen Prozessvorgänge nicht zu beeinflussen, verzichtet die Projektgruppe auf Angaben über relevante Themen innerhalb des Prozesses.

Besonderheiten | bisherige Erfahrungen

k. A.

Weitere Informationen zum Projekt:

https://www.kirche-porz.de/index.php?id=lukaskirche