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Gemeindeorientierung / Gemeindeentwicklung

Gemeindeorientierung und Gemeindeentwicklung sind innerkirchliche Abstimmungsprozesse, welche die langfristige Entwicklung der jeweiligen Kirchengemeinden betreffen und sich an den personellen und sozialen Gegebenheiten vor Ort und an den aktuellen Konzepten der übergeordneten kirchlichen Körperschaften ausrichten. Dies bezieht sich unter anderem auch auf den Umgang mit Gemeindefusionen und auf größere räumliche Zusammenschlüsse von Kirchengemeinden. Im auf dieser Internetplattform vorgestellten Ablaufschema zur Prozessplanung werden ausschließlich Hinweise für eine langfristig sinnvolle Standortwahl und eine Entwicklung dieser Standorte gegeben, die vorhandene Konzepte zur Gemeindeentwicklung voraussetzen. Weitere Informationen und Hilfestellungen zur Gemeindeentwicklung und Bearbeitung von inhaltlichen Fragestellungen sind bei den jeweiligen (Erz-)Bistümern und Landeskirchen zu erhalten.

Grundlegende Überlegungen zur Gemeindesituation, zu ihrer zu erwartenden Entwicklung und ihren zukünftigen Arbeitsschwerpunkten sollten insbesondere dann vorgenommen werden, wenn wesentliche Veränderungen an Gebäuden und Standorten geplant sind: sowohl im Vorfeld einer vollständigen Aufgabe und Umnutzung von Kirchengebäuden als auch für eine gleichzeitige Mehrfachnutzung der Gebäude durch die Kirchengemeinde mit anderen Partnern. Besonders für eine Neuorientierung von Standorten, bei denen Gemeindenutzungen in die Kirchengebäude integriert werden, sollten diese auch mit einer Analyse der sozialen Umfelder vorbereitet werden. Dies bezieht zunächst die Entwicklung von Gemeindemitgliedern und -finanzen sowie der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden ein. Weiterhin sollten Entwicklungen der Bürgergemeinde, in welche die jeweilige Kirchengemeinde eingebettet ist, betrachtet werden: Bevölkerungsentwicklung, Prognosen zur weiteren sozialen und räumlichen Entwicklung sowie städtebauliche und soziale Veränderungen im Quartier etc.

Zudem sollten Kontakte mit den umliegenden Konfessionsschwestergemeinden und im ökumenischen Rahmen aufgenommen werden, um die Entwicklung von Gemeindearbeit und Kirchenstandorten in einem größeren Radius zu betrachten. Hierdurch sollen Doppelungen von Entwicklungsideen oder gleiche Schwerpunktsetzungen kirchlicher Arbeit vermieden und ggf. Synergien für gemeinsames Handeln über Gemeinde- und Konfessionsgrenzen hinaus ausgelotet werden. Gespräche mit kirchlichen Sozialorganisationen können hilfreiche Verbindungen und Kooperationen zwischen Kirchengemeinde und sozialer Arbeit für Gemeinwesendiakonie/Ortspastoral bewirken. Besonders wichtig ist diese Vorarbeit bei mehreren Standorten und Gebäuden in einer Kirchengemeinde und der Fragestellung ihrer unterschiedlichen Entwicklungsperspektiven.

Für die Überlegungen einer zukünftigen Gemeindeentwicklung und ihrer sakralen, sozialen und kulturellen Arbeit sollten langfristigere Denkhorizonte von 15 bis 20 Jahren zugrunde gelegt werden: „Wie wird/kann die Kirchengemeinde und ihre Arbeit am Standort „XY“ in ca. 15 Jahren aussehen?“ Mit den hierbei ermittelten Ergebnissen sollten Grundlagen für Standortentscheidungen und deren jeweilige Entwicklungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Für diese inhaltlichen Vorarbeiten sind eine Moderation, eine Beratung und Begleitung der Kirchengemeinde empfehlenswert.

JB