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20.02.2025

Vom Sakralraum zur Kunsthalle: Kirchenumnutzung in Kopenhagen als „Vierte Orte“

Die Umnutzung von Kirchengebäuden ist in vielen europäischen Städten zu einer zentralen Herausforderung geworden. Kopenhagen zeigt dabei einen bemerkenswert klaren Umgang: Ehemalige Sakralräume werden hier häufig zu kulturellen Orten mit eindeutiger Funktion transformiert – vor allem im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Im Kontext der Diskussion um „Vierte Orte“ entstehen so Räume, die weniger durch alltägliche Nutzung als durch gemeinsame kulturelle Erfahrung geprägt sind.

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08.02.2025

Kirche des Monats Februar

Seit 2025 beherbergt die ehemalige Neue Pauluskirche in Essen ein Senioren- und Pflegeheim. Die Evangelische Kirchengemeinde ließ nach der Entwidmung des Gebäudes zunächst prüfen, ob eine Neunutzung in Form eines Veranstaltungszentrums möglich wäre, was sich aber nicht wirtschaftlich tragfähig realisieren ließ. Die Bearbeitung der Machbarkeitsstudie hatte allerdings viele Beteiligte auf städtischer und kirchlicher Seite zusammengebracht, sodass sich mit der Adolphi-Stiftung ein evangelischer Partner aus Essen fand, der den Standort umnutzen wollte. Die neue Nutzungsidee stellte erhebliche Anforderungen an die Abstimmung mit der Denkmalpflege, die von Anfang an in den Prozess eingebunden war. Das neue Nutzungskonzept bedeutete harte Eingriffe in den Bestand. Nach dem Entwurf von zwo+ Architekten wurden drei neue Ebenen in das Kirchengebäude eingesetzt. Es bleiben vor allem das äußere Erscheinungsbild und die städtebauliche Dominante als Identitätsgebäude für den Stadtteil bewahrt. Weiterhin konnten vielen Ausstattungsstücke erhalten und das neue Konzept integriert werden.

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16.01.2025

Kirche des Monats Januar

Die Johanneskirche in Düsseldorf hat sich von einem reinen Gottesdienstraum zu einem multifunktionellen Kirchort entwickelt. Neben der liturgischen Nutzung mit modernen Gottesdienstformaten finden zahlreiche Konzerte und Kulturveranstaltungen statt. Zudem wird im vorderen Bereich der Kirche ein Café betrieben. Die Kirche wurde daher nie entwidmet. Für das neue Nutzungskonzepte wurde des Gebäudeinnere des denkmalgeschützten neogotischen Sakralgebäudes mehrfach umgestaltet. Nicht nur die Schäden eines halben Jahrhunderts wurden beseitigt, es sind auch alte Formen der Vorkriegskirche wieder freigelegt worden. Aktuell wird die komplette Fassade des Gebäudes saniert, wofür auch Fördermittel und Spenden nötig waren.

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09.12.2024

Kirche des Monats Dezember

Die fusionierten Kirchengemeinden St. Elisabeth und Herz-Jesu in Münster haben 2008 aus wirtschaftlichen Gründen entschlossen, sich von der St. Elisabethkirche und den angrenzenden Nebengebäuden zu trennen. Das Ensemble wurde aufgrund fehlenden Denkmalschutzes zum Abriss freigegeben. Da das Kirchengebäude jedoch innerhalb seines Stadtteils einen städtebaulichen Identifikationspunkt darstellt, entschied man sich dazu, das Kirchengebäude zu erhalten und als Turnhalle umzunutzen. Die Fassade blieb im Zuge des Umbaus weitestgehend unverändert, lediglich ein neues Vordach wurde angebaut. Im Inneren wurde eine Stahlbetonsohle mit einem Schwingboden eingesetzt, die Wände wurden um Prallwände ergänzt. Mit der angrenzen Montessorischule fand sich bereits nach kurzer Zeit ein Nutzer für dieses Konzept. Um das Sakralgebäude herum wurden Wohnungen und ein Kindergarten neu geschaffen, wodurch die soziale Bedeutung des Ortes für das Quartier erhalten werden konnte.

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11.11.2024

Kirche des Monats November

Die Kirche St. Kamillus in Mönchengladbach ist seit der Eröffnung 2015 als konfessionsfreies Kolumbarium konzipiert. Hier können sich alle Personen unabhängig von ihrem Glauben bestatten lassen. Einzigartig ist dabei die Kombination mit den regelmäßig stattfindenden Kulturveranstaltungen, die dem Ort eine Spannung durch den Widerspruch zwischen Leben und Tod verleihen und eine besondere Art des Trauerns ermöglichen. Kern des Umbauentwurfes von bdmp Architekten (heute Bolzen + Mehring Architekten) ist die Erweiterung der Emporen im Eingangsbereich in das Kirchenschiff hinein. Die stählernen Urnensteelen nehmen die klare Rasterung der Bestandsarchitektur auf, teilweise illuminierte Marmor- und Messingplatten schließen die einzelnen Urnenfelder ab und erzeugen eine subtile Lebendigkeit. Durch die Konzeption konnte der ursprüngliche Raumeindruck der von Dominikus Böhm erbauten Kirche erhalten werden. Eine besondere Spannung wird auch durch das Kunstwerk des Fotografen Carsten Sander erzeugt. Gerasterte Portraits von 1000 Personen unterstreichen den Kontrast des Ortes zwischen Dies- und Jenseits.

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29.10.2024

Wanderausstellung „Kirchen als Vierte Orte“ in Dorsten

Nach einem erfolgreichen Auftakt in der Heilig-Geist-Kirche in Essen zieht die Wanderausstellung „Kirchen als Vierte Orte – Perspektiven des Wandels“ vom Museum der Baukultur NRW weiter in die Kreuzkirche in Dorsten. Vom 4. November bis zum 1. Dezember 2024 stellt die Ausstellung dort Menschen vor, die sich aus unterschiedlichen Gründen mit dem Thema Kirchentransformation beschäftigen. Zudem werden bereits umgestaltete Kirchen aus Nordrhein-Westfalen präsentiert. Die Eröffnung ist am Montag, 4. November 2024, um 17.30 Uhr.

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02.10.2024

Kirche des Monats Oktober

Die ehemalige Filialkirche St. Johannes liegt im Stadtteil Marl der Stadt Dorsten. Sie grenzt an ein Schulzentrum mit Sportanlage sowie an das zugehörige Pfarrheim und einen Kindergarten. Die Kirche wurde 1960 nach Plänen des Architekten Emil Steffann in der Form einer Arche errichtet. 2009 fusionierten St. Johannes und weitere Gemeinden zu der neuen Pfarrei St. Agatha. Ein Jahr darauf wurde der Erhalt des Kirchengebäudes infrage gestellt, und es entstand die Idee einer Familienbildungsstätte. Das Konzept sah den Erhalt der Kirchenfassade und die Schaffung eines verkleinerten Gottesdienstraums vor, 2016 wurde die Kirche St. Johannes profaniert und bis 2019 umgebaut. Im westlichen Abschnitt des Kirchenschiffs ist eine Kapelle verblieben, in der seitdem Gläubige wieder Gottesdienste feiern. Ins Kirchenschiff hat man einen zweigeschossigen Baukörper eingesetzt, der mit seinen geziegelten Wänden die Materialität der Außenfassade aufnimmt.

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