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Rechtliche Situation

Kirchengebäude können als Baudenkmal ganz oder teilweise unter Denkmalschutz gestellt werden oder worden sein. Dabei sind mit dem Denkmalschutz zugleich Herausforderungen und Chancen verbunden. Die Denkmalschutzbehörde entscheidet mit der Unterschutzstellung über den Umfang der Verpflichtung zum Erhalt des Gebäudes. Denkmäler sind zu schützen, zu pflegen, sinnvoll zu nutzen und wissenschaftlich zu erforschen. Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, so können auf Antrag für die Umnutzung notwendige bauliche Maßnahmen gestattet werden, wenn die Erhaltung hinreichend gewährleistet und die Nutzung mit dem öffentlichen Recht vereinbar ist.

Die Herausforderung besteht an dieser Stelle darin, gemeinsam mit der (Unteren) Denkmalschutzbehörde die für den Umbau erforderlichen Maßnahmen mit den Vorgaben des Denkmalschutzes in Einklang zu bringen, um so die erforderliche Erlaubnis nach § 9 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz NRW (DSchG NRW) zu erhalten. Chancen bietet die gewachsene Erfahrung der Denkmalbehörde auch in Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der kommunalen Verwaltung. Darüber hinaus sind für die geplante Umnutzung auch staatliche Fördermöglichkeiten sowie steuerliche Vorteile zu prüfen. Informationen dazu, ob ein bestimmtes Gebäude unter Denkmalschutz steht, finden sich zum Beispiel auf der Internetpräsenz und können darüber hinaus bei der örtlichen Denkmalschutzbehörde und/oder Bauaufsichtsbehörde erfragt werden.

Der historische Kontext sowie der Umfang und die Grundlagen der Denkmalwürdigkeit sind Inhalt der Unterschutzstellungstexte. In diesen Texten wird hinsichtlich der Unterschutzstellung auch festgehalten, welche Teile des Gebäudes aus welchen Motiven erhalten werden sollen. Dies kann wichtige Hinweise darauf geben, welche Arten von Veränderungen an dem Gebäude möglich sind. Im Dialog mit der Denkmalschutzbehörde kann insbesondere bei An- und Umbauten, (Teil-)Abrissen oder auch einer Veränderung der Ausstattung des Gebäudes sinnvoll mit Erwägungen aus den Texten gearbeitet und argumentiert werden.

Aufgrund der weitreichenden Bedeutung einer vollständigen oder auch nur teilweisen Unterschutzstellung des Kirchengebäudes als Denkmal ist es ratsam, die Denkmaleigenschaft bereits frühzeitig zu klären und die Untere Denkmalschutzbehörde zu beteiligen.

AP | CH